Warum Ihr Rasen leidet und was Natron damit zu tun hat
Ein perfekt gemähter grüner Teppich ist der Traum jedes Hobbygärtners — doch wenige warme Maitage reichen aus, und schon stören hässliche Erdhügel das Bild. Schädlingsbekämpfung läuft im Mai auf Hochtouren, denn genau jetzt legen Ameisen ihre weitverzweigten unterirdischen Gänge an, die das Wurzelsystem ernsthaft schädigen können. Wer auf aggressive Chemikalien verzichten möchte, findet in Nematoden oder dem natürlichen Mittel Kieselgur elegante Alternativen.
Ameisen schaden dem Boden an sich kaum — sie lockern ihn sogar auf. Aber bei trockener Witterung lassen ihre Aktivitäten die Grasnarbe an den Wurzeln austrocknen. Viele Gartenbesitzer greifen reflexartig zur Chemie, dabei lohnt es sich zunächst, die Bodenfeuchte im Blick zu behalten. Natron gemischt mit Zucker gilt zwar als schnelle Erste-Hilfe-Maßnahme, wirkt jedoch drastisch. Wesentlich sanfter ist es, das Verhalten der Ameisen zu verstehen: Sie lieben Trockenheit und Wärme — und ein kurz gemähter Rasen bietet genau das.
Wer lernt, mit der natürlichen Umgebung zu arbeiten, merkt schnell: Man muss Ameisen nicht unbedingt vernichten. Es reicht, ihnen das Leben so unangenehm zu machen, dass sie freiwillig das Weite suchen. Vermehren sich die Nester jedoch schneller als man bewässern kann, braucht man wirksamere Mittel — die dennoch für Kinder und Haustiere unbedenklich sind.
Die Schnitthöhe als natürlicher Vertreiber
Wer den Insektenbefall eindämmen will, muss das Mikroklima direkt am Boden verändern. Die Technik des hohen Mähens ist für deutsche Gärten in der heißen Spätsaison entscheidend. Stellen Sie Ihren Rasenmäher auf eine Höhe von 5 Zentimetern ein — so beschatten die Grashalme den Boden ausreichend und halten ihn kühl und feucht. Ameisen bevorzugen trockene, sonnenbeschienene Stellen, weshalb ein dichter, höherer Grasbestand sie auf natürliche Weise dazu bringt, sich einen anderen Unterschlupf zu suchen.
Ameisen reagieren auch auf feinste Düfte und mechanische Barrieren. Hier kommt der Garten in seiner ganzen Vielfalt ins Spiel. Wer eine besonders intensive Barriere möchte, setzt auf Kaffeesatz. Der im Kaffee enthaltene Stickstoff irritiert den Orientierungssinn der Tiere erheblich. Einfach eine gleichmäßige Schicht Kaffeesatz direkt auf die Ameisenstraßen oder rund ums Nest streuen — die Ameisen verlieren ihre Duftspur und die Kolonie zieht sich innerhalb weniger Tage aus Ihrem Blickfeld zurück.
Wenn natürliche Düfte versagen — Essig als nächste Stufe
Manchmal sind Ameisen so hartnäckig, dass weder Kaffeesatz noch Lavendel ausreichen. In diesem Fall hilft Essig — aber im Umgang damit ist Vorsicht geboten. Seine starke Säure desorientiertund vertreibt Ameisen sofort, kann bei direktem Kontakt jedoch auch Grashalme verbrennen. Daher empfiehlt es sich, ihn hauptsächlich an Wegrändern und Einfassungen einzusetzen, wo die Hauptverkehrsadern der Ameisen verlaufen.
In extremen Fällen, wenn Ameisen bis auf die Terrasse vordringen, kann man auf spezielle Ameisenbekämpfungsmittel zurückgreifen — versuchen Sie aber stets zuerst den ökologischen Weg. Eine interessante Methode ist auch ein mit Holzwolle gefüllter Eimer, der umgekehrt über dem Nest platziert wird. Nach wenigen Tagen zieht die Kolonie in die Holzwolle ein, und man kann das gesamte Nest einfach in den Wald umsetzen — so schont man den Frieden im eigenen Garten und das Leben nützlicher Insekten zugleich.
Vorbeugung und die unsichtbare Pflanzenschranke
Ein hervorragender vorbeugender Trick für diese Jahreszeit ist die Bepflanzung der Rasenkanten mit Studentenblumen (Tagetes). Diese Pflanze gibt über ihre Wurzeln bestimmte Substanzen ab, die als natürliches Repellent gegen Insekten und Bodenschädlinge wirken. Für einen wirksamen Schutz genügen 3 Pflanzen pro laufendem Meter — das ergibt eine aromatische Barriere, die den ganzen Sommer über Bestand hat.
Wer es jedoch mit einer regelrechten Ameisenarmee zu tun hat, die selbst Tagetes nicht aufhält, kann in Drogerien nach Borax suchen, der in selbst gemachten Fallen mit einem Süßungsmittel gemischt wird. Denken Sie jedoch immer daran: Der beste Schutz ist ein gesunder, dichter und ausreichend bewässerter Rasen, der Ameisen keinen trockenen und gemütlichen Unterschlupf bietet.
Stellen Sie Ihren Rasenmäher heute Abend einfach auf eine höhere Stufe und streuen Sie morgen früh Kaffeesatz auf das größte Nest. Sie werden sehen: Die Natur beginnt innerhalb von kaum 48 Stunden, für Sie zu arbeiten.













