Leere Küchenarbeitsplatte reduziert Stress — Marie Kondo erklärt, was weg muss

Die KonMari-Methode und warum deine Arbeitsfläche Raum zum Atmen braucht

Die meisten von uns erleben das Herz des Zuhauses als einen Ort des Chaos — vollgestellt mit schmutzigem Geschirr und endlosen Reihen von Gewürzgläsern. Dabei muss Haushaltsorganisation keine tagelange Tortur sein, wenn man weiß, welche visuellen Stressauslöser man zuerst beseitigen sollte. Wer seine Küche dauerhaft mit Dingen vollstellt, die man „vielleicht morgen noch braucht“, riskiert nicht nur Unordnung, sondern auch echte Ineffizienz beim täglichen Kochen.

Laut der weltweit bekannten Ordnungsexpertin ist der Grundstein des Erfolgs das radikale Freiräumen der Flächen, auf denen Mahlzeiten zubereitet werden. Die KonMari-Methode lehrt, dass die Küchenarbeitsplatte ausschließlich zum Arbeiten dienen sollte — nicht als Ablagefläche für Öl, Salz oder Spülmittel. Auch wenn es praktisch erscheint, alles griffbereit zu haben, ermüdet das visuelle Rauschen den Geist bereits, bevor man die erste Zwiebel schneidet.

Was mit dem Komono wirklich passieren muss

Alle Kleinigkeiten, die Marie Kondo unter dem Begriff Komono zusammenfasst, sollten einen festen Platz innerhalb von Schränken haben. Der häufigste Fehler besteht darin, Geräte offen aufzustellen, die man nur einmal pro Woche benutzt. Im Einrichtungshandel findet man zahlreiche Schubladenorganizer und Inneneinsätze, mit denen sich diese Staubfänger hinter Schranktüren verbannen lassen — und der gesamte Raum wirkt sofort optisch größer.

Wenn die Flächen erst einmal freigeräumt sind, stellt sich die Frage, was mit den Dingen geschieht, die man tatsächlich benötigt. Schwere Kaffeemaschinen sollten aus dem Hauptbereich verschwinden — nur ein Standmixer bleibt stehen. Alles andere gehört in Schränke, die maximal einen Schritt entfernt sind. So lässt sich eine frische Limonade in wenigen Sekunden zubereiten, ohne Hindernisse überwinden zu müssen.

Chaos in Schubladen mit der Transparenz-Technik bezwingen

Wer die Arbeitsflächen befreit hat, stößt häufig auf das nächste Problem: das Durcheinander im Inneren der Schubladen und Vorratsbereiche. Genau hier greift die Technik der Kategorisierung nach Transparenz, die auf Glasbehälter setzt. Jedes Vorratsglas mit einem Liter Fassungsvermögen, der Höhe nach sortiert aufgestellt, ersetzt zerrissene und unästhetische Plastikbeutel — und schützt Vorräte gleichzeitig zuverlässig vor Schädlingen.

Kleine Küchenutensilien und Zubehörteile sind oft das schwierigste Kapitel. Viele Haushaltssortimente bieten praktische Einsätze zur Trennung von Besteck und Öffnern an, doch das eigentliche Geheimnis liegt in der Regelmäßigkeit. Wer fünf Minuten pro Woche investiert, um eine einzige Schublade zu kontrollieren, verhindert das Ansammeln von Dingen, die längst nicht mehr funktionieren.

Kleine Helfer mit großer Wirkung

Manchmal sind die einfachsten Mittel die wirksamsten. Wiederverschließbare Beutel eignen sich hervorragend für kleine Komono-Gegenstände, die sonst ziellos durch Schubladen wandern. So entstehen logische Einheiten, die man auch blind findet — und die Haushaltsorganisation hört auf, eine Quelle der Frustration zu sein.

Vertikales Denken: So holst du mehr aus kleinen Küchen heraus

Was aber tun, wenn die Küche schlicht zu klein ist — wie es in vielen Plattenbauapartments der Fall ist? Dann muss man anfangen, vertikal zu denken, besonders im schlimmsten Bereich: dem Raum unter der Spüle. Eine teleskopische Einlegeboden-Lösung, die den Siphon umgeht, schafft zwei Ebenen dort, wo bisher nur ein unübersichtliches Durcheinander aus Reinigungsmitteln herrschte.

Damit lässt sich bis zu 50 % mehr nutzbarer Stauraum gewinnen, der für Dinge genutzt werden kann, die bisher oben im Weg standen. Die obere Ebene eignet sich ideal für Spülmaschinentabs und frische Schwämme, die untere für größere Flaschen. Wer diesen Schritt konsequent umsetzt, wird feststellen: Selbst die kleinste Küche kann wie ein professionell organisierter Arbeitsbereich wirken, in dem alles seinen klaren Platz hat.

Der erste Schritt für heute Abend

Es genügt, heute Abend alles außer der Kaffeemaschine von der Arbeitsplatte zu räumen — die Erleichterung stellt sich sofort ein. Echte Ordnung beginnt nicht damit, Dinge hin und her zu schieben, sondern damit, sie wirklich an ihren richtigen Platz zu bringen. Wer dieses Prinzip einmal verinnerlicht hat, wird nie wieder in die Gewohnheit des gedankenlosen Abstellens zurückfallen.

Author

  • Madeleine zählt zu den einflussreichsten Umweltaktivistinnen Österreichs. Die in Wien lebende Bloggerin hat ihren Blog zu einer umfassenden Plattform für nachhaltiges Wohnen ohne Komforteinbußen ausgebaut. Sie gibt Tipps zur Abfallvermeidung (Zero Waste) und zur Organisation des Kleiderschranks.

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