Bordüre am Handtuch ruiniert Wäsche und Form — 3 kräftige Schüttler beheben das

Bordüre als ästhetische Falle — von Experten bestätigt

Wahrscheinlich kennen Sie das aus Ihrem eigenen Badezimmer: Sie nehmen frisch gewaschene Wäsche aus der Maschine und halten statt einer flauschigen Wolke ein verdrehtes Stoffstück in den Händen. Hochwertiges Frottee wird nämlich häufig zum Opfer eines unscheinbaren Designelements, das in jedem Haushalt vorhanden ist. Wer beim Waschen weißen Essig statt teurer Weichspüler verwendet, hat womöglich bemerkt, dass ausgerechnet dieser dekorative Streifen am Rand auf Feuchtigkeit völlig anders reagiert als der Rest des Stoffes.

Viele Menschen, die Heimtextilien der Marke Grund kaufen, fragen sich, ob dieser Streifen überhaupt einen anderen als einen rein optischen Zweck erfüllt. Die Realität ist ernüchternd: Während wir nach perfekt weichen Badetüchern streben, stellt uns genau dieses Detail in mehreren Phasen der Pflege ein Bein.

Der dekorative Streifen, der die Ränder Ihrer Handtücher ziert, wird fachsprachlich als Bordüre bezeichnet. So luxuriös er auch wirkt — in der Praxis handelt es sich um ein rein optisches Gestaltungsmerkmal. Wie namhafte Hersteller wie der österreichische Anbieter Vossen bestätigen, dient dieses Element ausschließlich dazu, Handtücher von anderen abzuheben und im Bad repräsentativ zu wirken.

Das Problem entsteht in dem Moment, in dem die Physik ins Spiel kommt. Die Bordüre ist häufig mit einer anderen Fadendichte gewebt als der Rest des Handtuchs. Wenn diese beiden unterschiedlichen Bindungsarten in der Waschtrommel aufeinandertreffen, beginnen sie zu konkurrieren. Während sich die Frottee-Schlaufen durch die Wasseraufnahme ausdehnen, bleibt das starre Gewebe des Streifens unelastisch — was zu einer ungewollten Verformung des gesamten Handtuchs führt.

Warum Ihre Handtücher nach dem Waschen knüllen und kratzen

Wenn Sie mit dem Waschen kämpfen, sind Sie damit nicht allein — es ist nach überdosiertem Waschmittel der zweithäufigste Fehler in deutschen Haushalten. Die traditionsreiche Marke Möve weist darauf hin, dass die Bordüre durch hohe Temperaturen im Trockner irreversibel ihre Struktur verändern kann. Der Streifen zieht sich stärker zusammen als der übrige Stoff, und das Ergebnis ist jene berüchtigte „bogenförmige“ Verformung, die sich danach nicht mehr herausbügeln lässt.

Neben der optischen Enttäuschung gibt es ein handfestes praktisches Problem: eine raue, kratzig anfühlende Oberfläche. Wer unschönem Knittern vorbeugen möchte, greift am besten zu Handtüchern mit Jacquard-Muster. Anders als bei einer glatten Flachgewebebordüre ist dieses Muster direkt in die Struktur des Stoffs eingewoben und besitzt damit dieselbe Dehnbarkeit wie der Rest des Handtuchs. Bei hartem Leitungswasser empfiehlt sich eine Waschtemperatur von 60 Grad Celsius — das eliminiert Bakterien zuverlässig, schont aber gleichzeitig die Struktur des gewebten Musters.

Verhärtete Fasern ohne Chemie wieder zum Leben erwecken

Haben Sie bemerkt, dass der Streifen Ihres Handtuchs nach dem Trocknen an der Luft hart wie Schleifpapier ist? Bei Handtüchern mit steifen Stickereien, die nach dem Trocknen kratzen, hilft die Methode des Ausschüttelns vor dem Trocknen. Fassen Sie jedes Handtuch an der kürzeren Seite und schütteln Sie es mindestens dreimal kräftig durch, damit sich die plattgedrückten Fasern wieder aufrichten und die Bordüre weicher wird.

Das ist der einfachste mechanische Weg, um den Brettholz-Effekt zu vermeiden — besonders dann, wenn die Wäsche draußen auf der Leine getrocknet wird. Auf Weichspüler sollte dabei unbedingt verzichtet werden. Er umhüllt die Fasern mit einem unsichtbaren Film, der zwar angenehm duftet, die Saugfähigkeit des Handtuchs aber drastisch reduziert. Bleibt das Handtuch trotzdem steif, hilft ein sanftes Dehnen der Bordüre mit den Händen, solange der Stoff noch feucht ist.

Der clevere Trick für aufgeräumte Badezimmerregale

Jetzt, wo Sie wissen, wie Sie mit der problematischen Bordüre umgehen, können Sie sie sogar zu Ihrem Vorteil beim Organisieren des Badezimmers nutzen. Setzen Sie die Bordüre als visuellen Orientierungspunkt ein und sparen Sie dabei Platz mit der sogenannten Roll-and-Fold-Methode. Falten Sie das Handtuch der Länge nach in Drittel und rollen Sie es fest von der Seite ohne Bordüre in Richtung des Zierstreifens.

Die Bordüre bildet am Ende eine feste Manschette, die die gesamte Rolle sichert. Das Ergebnis ist eine ästhetische Tuchrolle mit einem Durchmesser von rund 10 bis 12 Zentimetern, die im Regal aussieht wie in einem Fünf-Sterne-Wellnessbereich — und dank der verstärkten Bordüre von selbst zusammengehalten wird, ohne sich aufzurollen. Ihr Badezimmer gewinnt so eine professionelle Ordnung, nur weil Sie verstehen, wozu dieser scheinbar „gewöhnliche“ Streifen eigentlich dient.

Achten Sie beim nächsten Waschgang darauf, das nasse Handtuch kräftig auszuschütteln, bevor Sie es auf die Leine hängen — den Unterschied werden Sie bereits nach dem ersten Trocknen deutlich spüren.

Author

  • Madeleine zählt zu den einflussreichsten Umweltaktivistinnen Österreichs. Die in Wien lebende Bloggerin hat ihren Blog zu einer umfassenden Plattform für nachhaltiges Wohnen ohne Komforteinbußen ausgebaut. Sie gibt Tipps zur Abfallvermeidung (Zero Waste) und zur Organisation des Kleiderschranks.

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