Warum Ihr Steingarten immer wieder zuwächst – und wie Sie das ändern
Viele Gartenbesitzer kennen das frustrierende Gefühl: Man bückt sich stundenlang über die Beete, und wenige Tage später sieht alles wieder genauso aus wie vorher. Dabei ist ein pflegeleichter Garten kein Wunschtraum, sondern schlicht eine Frage der richtigen Pflanzenauswahl. Wer klug plant und auf Pflanzen setzt, die selbst für Ordnung sorgen, hat auf lange Sicht deutlich weniger Arbeit.
Trockene Böschungen, ungepflegte Steingärten oder schattige Ecken müssen nicht zwangsläufig zum Problem werden. Mit den richtigen Bodendecker-Pflanzen lässt sich selbst die schwierigste Fläche in eine blühende, unkrautfreie Zone verwandeln.
Der Teppichphlox: Ein natürlicher Unkrautvernichter
Wer freie Flächen rund um Solitärpflanzen einfach offen lässt, lädt Quecke und Ackerwinde förmlich ein. Genau hier kommt der Teppichphlox ins Spiel. Diese robuste Staude bildet ein so dichtes Polster aus Trieben und Blättern, dass kaum ein Lichtstrahl bis zu den Unkrautwurzeln vordringt. Von April bis Mai verwandelt er den Garten mit seinen Blüten in Rosa und Violett in ein echtes Farbenmeer.
Die entscheidende Pflegemaßnahme im deutschen Mai ist der sogenannte Rückschnitt nach der Blüte. Sobald der Teppichphlox Ende Mai verblüht ist, empfiehlt es sich, ihn mit einer Gartenschere um genau ein Drittel der Triebläng zu kürzen. Dieser gezielte Eingriff regt die Pflanze sofort zur Neubildung von Blättern an, sodass der dichte Teppicheffekt den ganzen Sommer über erhalten bleibt. Die ideale Wuchshöhe von bis zu 15 cm wird dabei zuverlässig gehalten, und unschöne kahle Stellen entstehen gar nicht erst.
Die richtige Pflanze für schattige Gartenecken
Für dunklere Gartenbereiche, wo die Sonne kaum hinkommt, wäre der Teppichphlox allerdings fehl am Platz. In solchen Zonen ist der Lungenkraut (Pulmonaria) die weitaus bessere Wahl. Diese ausdauernde Staude mit ihren charakteristisch gefleckten Blättern und blauvioletten Blüten übernimmt die Funktion einer lebenden Mulchschicht unter Bäumen und Sträuchern.
Solange der Boden nicht extrem trocken ist, bildet Lungenkraut innerhalb von zwei Vegetationsperioden eine lückenlose Decke, die jeden noch so hartnäckigen Lückenbesiedler zuverlässig verdrängt.
Wenn die Sonne brennt und der Boden karg ist
Manche Gartenbereiche stehen den ganzen Tag in der prallen Sonne, und der Boden ist steinig und nährstoffarm. Während viele Pflanzen solche Bedingungen kaum überleben, gedeiht das Thymian-Teppich (Thymus angustifolius) hier geradezu prächtig. Diese aromatische Staude kriecht flach über den Boden, ist ausgesprochen hitzeresistent und zieht dabei Bienen und Schmetterlinge magisch an. Ihr größter Trumpf: Sie breitet sich von selbst in alle Richtungen aus und verdrängt dabei sogar hartnäckiges Unkraut.
In Regionen mit schwerem Lehmboden macht man beim Pflanzen oft den Fehler, Thymian direkt in den unvermischten Boden zu setzen. Die Erfahrung zeigt jedoch: Beim Einpflanzen sollte man unbedingt Staudensubstrat mit gebrochenem Kalkstein vermischen. Thymian benötigt einen pH-Wert zwischen 6,5 und 8,0 – ein entscheidender Faktor, damit die Pflanze den feuchten deutschen Herbst schadlos übersteht. Der Kalkstein sorgt für die nötige Durchlüftung und verhindert Wurzelfäule.
Herbstfarben mit dem Teppichaster
Wer auch im Herbst keine kahlen Flächen sehen möchte, sollte den Teppichaster (Aster ericoides) in Betracht ziehen. Er übernimmt die Bühne im September und Oktober, wenn die meisten anderen Stauden längst verblüht sind. Seine weißen Blüten bedecken zuverlässig auch unattraktive Betonkanten oder Steine in Trockenmauern.
Im Gegensatz zu hochgewachsenen Aster-Sorten bleibt diese Variante bodennah und fällt nicht auseinander. Damit ist sie ein idealer Wächter für ordentliche, unkrautfreie Beete – ganz ohne regelmäßiges Jäten.
Die letzte Absicherung gegen Unkraut für die gesamte Saison
Auch die kräftigsten Stauden brauchen im ersten Standjahr etwas Unterstützung. Damit Unkraut in dieser Anwachsphase keine Chance bekommt, empfiehlt sich eine geschichtete Mulchmethode. Rund um frisch gepflanzte Stauden wie den Frauenmantel (Alchemilla) trägt man eine Schicht aus dehydrierter Kiefernrinde von genau 5 Zentimetern Dicke auf.
Diese Stärke ist kein Zufall: Sie ist hoch genug, um die Keimung von einjährigem Unkrautsamen zu blockieren, lässt aber gleichzeitig den Stauden genug Spielraum, um ihre Ausläufer seitlich in den Boden zu treiben. Der Frauenmantel ist dabei eine besonders faszinierende Begleitpflanze – seine Blätter fangen morgens Tautropfen auf, die im Sonnenlicht wie Perlen glitzern. Zudem zählt er zu jenen Pflanzen, die Schnecken auf natürliche Weise fernhalten und so das gesamte Beet schützen.
Fazit: Mit der richtigen Kombination die Hacke weglegen
Wer diese robusten Pflanzen miteinander kombiniert und die Pflege zum richtigen Zeitpunkt durchführt, kann die lästige Hacke schon bald endgültig in die Ecke stellen. Es geht darum, die passende Art für den jeweiligen Standort auszuwählen – und dann zuzusehen, wie die Natur selbst eine undurchdringliche Barriere gegen Unkraut aufbaut, die gleichzeitig Zeit und Rücken schont.
Der erste Schritt gelingt am besten beim nächsten Besuch im Gartencenter: Achten Sie dort auf Jungpflanzen in kleinen Containern, denn diese verwurzeln sich im deutschen Boden erfahrungsgemäß am schnellsten und zuverlässigsten.













