Ameisen unter der Terrasse: Ein leerer Blumentopf bringt sie zum freiwilligen Umzug

Warum Ameisen unter der Terrasse siedeln – und wie man sie dauerhaft loswird

Vielleicht haben Sie beim Frühjahrsputz ein unauffälliges Sandhäufchen zwischen den Pflastersteinen entdeckt, das am nächsten Tag einfach wieder da war. Dieses kleine Detail verrät, dass sich unter Ihrem Belag gerade eine geschäftige Kleinstadt entwickelt – eine, die mit der Zeit sogar zu Absenkungen des Untergrunds führen kann. Wer die Tiere human und wirkungsvoll loswerden möchte, für den ist das Umsiedeln des Ameisennests der zuverlässigste Weg, um sowohl die Erholungszone als auch das Insektenvolk zu retten.

Alles, was Sie dafür brauchen, ist ein gewöhnlicher Tontopf, den Sie mit Holzwolle oder Pflanzsubstrat füllen. Stellen Sie ihn einfach mit der Öffnung nach unten direkt auf die Stelle, an der die Ameisen ein- und ausgehen – innerhalb weniger Tage wählen die Tiere ihn als neues, sichereres Zuhause. Immer wieder fragen Menschen, ob Natron helfe, doch es wirkt in diesem Fall eher als tödliche Falle und widerspricht damit dem Gedanken einer harmonischen Lösung.

Was die Terrasse so attraktiv macht – und wie Sie neue Besucher fernhalten

Ist das Hauptnest erst einmal umgesiedelt, müssen Sie dafür sorgen, dass keine neuen Bewohner in der nächsten Fuge einziehen. Terrassen sind für Ameisen besonders reizvoll, weil die Platten Wärme speichern und Essensreste leicht zugänglich sind. Die Natur bietet uns jedoch eine elegante Gegenstrategie: Die intensive Duftwolke von Lavendel wirkt wie eine unsichtbare Mauer, die diese kleinen Entdecker nur ungern durchqueren.

Wenn die gepflanzten Kräuter in der Umgebung keine ausreichende Wirkung zeigen, setzen Sie auf ätherisches Pfefferminzöl. Mischen Sie 10 Tropfen reines Öl mit Wasser in einer Sprühflasche und besprühen Sie die Fugen zwischen den Pflastersteinen. Das intensive Aroma überlagert die Duftspuren der Ameisen deutlich effektiver als getrocknete Kräuter – und Ihre Entspannungsecke duftet selbst an einem heißen Sommernachmittag angenehm frisch.

Zitrusfrüchte und Kreide statt aggressiver Chemie

Wenn Kräuter nicht ausreichen, kommt der nächste Schutzmechanismus ins Spiel, der Ameisen buchstäblich aus dem Konzept bringt. Weißer Essig wird zwar häufig empfohlen, sollte aber mit Vorsicht eingesetzt werden – seine Säure kann teure Natursteinplatten dauerhaft beschädigen und den Gartenboden unnötig übersäuern. Weitaus schonender ist Zitronenschale, die entlang der Ameisenstraßen verteilt wird und dank ihrer ätherischen Öle die Pheromonfährten zuverlässig unterbricht.

Ameisen meiden außerdem bestimmte Oberflächen, die ihre Sinne reizen. Kaffeesatz, den die meisten von uns ohnehin wegwerfen, eignet sich hervorragend als Barriere – die Tiere empfinden ihn als äußerst unangenehmen Untergrund. Gleichzeitig düngt er Ihre Zierpflanzen auf sanfte Weise, sodass Sie gleich doppelt profitieren, ohne Geld für teure Mittel aus dem Baumarkt ausgeben zu müssen.

Wenn Barrieren nicht reichen: Kupfer und Schulbedarf als Geheimwaffe

Es klingt kaum glaublich, aber Ameisen haben eine ausgeprägte Abneigung gegen bestimmte Materialien. Eines davon ist Kupfer. Legen Sie einige Kupfermünzen auf ihre Hauptlaufwege oder rund um die Beine von Gartenmöbeln. Wer es noch gründlicher angehen möchte, kann zusätzlich zerstoßene Gewürznelken einsetzen, deren durchdringendes Aroma als natürliches Repellent mit nahezu sofortiger Wirkung gilt.

Errichten Sie außerdem eine physische Barriere mit gewöhnlicher Schulkreide – eine Methode, die Ameisen wegen des enthaltenen Kalksteins konsequent meiden. Ziehen Sie eine dicke Linie entlang der Türschwelle oder am Terrassenrand: Der Kreidstaub greift in die Atemwege und Sinnesorgane der Tiere ein. Damit die Methode hundertprozentig wirkt, muss die Linie lückenlos und mindestens 2 Zentimeter breit sein, damit die Arbeiterinnen sie nicht einfach umgehen können.

Die Umgebung verändern – der letzte und entscheidende Schritt

Manchmal lockt sogenannter Honigtau von Blattläusen an umliegenden Pflanzen die Ameisen auf die Terrasse – prüfen Sie daher beim nächsten Gießen auch die benachbarten Sträucher genau. Falls Sie ein Nest tief im Rasen direkt neben dem Sitzbereich entdecken, halten Sie die Graslänge auf maximal 4 Zentimeter. Die Sonne kann den Boden dann besser austrocknen, was diesen Liebhabern feuchter Schattenplätze überhaupt nicht zusagt.

Bei warmem und trockenem Wetter zwingt dieser einfache Garteneingriff die Tiere, sich einen schattigeren Unterschlupf weiter weg zu suchen. Denken Sie daran: Ameisen sind keine Feinde, sie sind schlicht am falschen Ort gelandet. Sobald die Bedingungen auf Ihrer Terrasse für sie unattraktiv werden, packen sie ihre Vorräte und ziehen freiwillig um – ganz ohne Chemie und ohne Stress.

Für ein dauerhaft gutes Ergebnis genügt es, den Zustand der Pflasterung einmal pro Woche zu kontrollieren und die Duftbarrieren nach jedem stärkeren Regen zu erneuern.

Author

  • Madeleine zählt zu den einflussreichsten Umweltaktivistinnen Österreichs. Die in Wien lebende Bloggerin hat ihren Blog zu einer umfassenden Plattform für nachhaltiges Wohnen ohne Komforteinbußen ausgebaut. Sie gibt Tipps zur Abfallvermeidung (Zero Waste) und zur Organisation des Kleiderschranks.

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