Das Bügeln beginnt bereits in der Waschtrommel
Kennen Sie das nicht auch? Sie ziehen frisch gewaschene Kleidungsstücke heraus und sehen beim Aufhängen schon die tiefen Falten und Knitter. Die Waschmaschine hat zwar ganze Arbeit bei den Flecken geleistet – aber zurückgelassen hat sie ein Chaos, das Sie anschließend stundenlang wieder ausbügeln müssen. Dabei möchte niemand an einem warmen Sommernachmittag in einem geschlossenen Raum stehen, in dem sich der heiße Wasserdampf am Bügelbrett staut.
Der größte Fehler passiert dabei häufig schon beim Befüllen der Trommel: Wer sie randvoll stopft, hat von Anfang an verloren. Wer dagegen ein paar kleine Details in seiner Waschrone verändert, kann dafür sorgen, dass die Wäsche nach dem Trocknen so glatt ist, dass sie sich direkt zusammenfalten und in den Schrank legen lässt. Ein oft unterschätztes Geheimmittel ist dabei ganz gewöhnliches Natron, das das Wasser weicher macht und die Fasern entspannt.
Weniger Schleudern bedeutet weniger Falten
Sprechen wir über glatte Textilien, ist die erste Falle eine zu hohe Schleuderzahl. Wer die Drehzahl auf über 1200 Umdrehungen stellt, presst die Zentrifugalkraft Knitter regelrecht in die Faserstruktur hinein – das anschließende Bügeln wird damit zur unvermeidlichen Pflichtübung. Für den normalen Alltagsbedarf reichen 800 bis 1000 Umdrehungen vollkommen aus.
Damit die Fasern in der Trommel nicht unnötig brechen, spielt auch der richtige Weichspüler eine entscheidende Rolle, denn er hält die Fasern geschmeidig. Ein ungewöhnlicher Tipp: Geben Sie zwei bis drei gewöhnliche Tennisbälle mit in die Wäsche. Diese einfache Methode verhindert mechanisch, dass sich die Kleidungsstücke zusammenklumpen, und hält die Fasern schon während des Schleudergangs aufgelockert. Im warmen Sommer trocknet so vorbereitete Wäsche an der Leine bis zu 20 Prozent schneller – und das ganz ohne tiefe Knitterfalten.
Nutzen Sie die Morgenstunden für makellos glatte Wäsche
Selbst wenn die Fasern in der Waschmaschine schön locker geblieben sind, kann falsches Aufhängen die ganze Mühe innerhalb weniger Minuten zunichtemachen. Viele lassen die gewaschenen Sachen zu lange in der Trommel liegen, wo sie unter ihrem eigenen Gewicht wieder zerknautschen. Der Schlüssel zum Erfolg liegt darin, jedes Stück sofort nach dem Waschen kräftig auszuschütteln – so werden die Hauptflächen mechanisch geglättet, bevor die Fasern anfangen zu versteifen.
Nutzen Sie außerdem die natürliche Morgenfeuchte aus. Wenn Sie die Wäsche gegen 6 Uhr früh draußen aufhängen, wirkt die atmosphärische Luftfeuchtigkeit von oft 70 bis 80 Prozent wie ein sanfter Dampfgarer – und das, bevor die sengende Mittagssonne einsetzt. Die Fasern entspannen sich auf ganz natürliche Weise, und der unangenehme Effekt steif getrockneter Wäsche bleibt aus. Hemden und Blusen hängen Sie am besten auf einem Kleiderbügel auf, damit sie in der natürlichen Form Ihrer Schultern trocknen können.
So retten Sie die Lage, wenn hartnäckige Falten bleiben
Manchmal bleibt ein Stoff trotz aller Sorgfalt widerspenstig – besonders bei Materialien wie Leinen oder Baumwolle. Wenn kein Wäschetrockner zur Hand ist, der die Kleidungsstücke mit warmer Luft wieder auffluffern würde, helfen clevere Tricks, die sich die Physik im Badezimmer zunutze machen. Einfach die Wäsche an der Duschtür aufhängen, während Sie duschen – der entstehende Dampf lockert die Fasern auf wunderbare Weise.
Genauso wirksam ist ein selbst hergestellter Textilerfrischer, den Sie auf problematische Stellen sprühen und anschließend mit der Hand glattstreichen. Für besonders hartnäckige Knitter eignet sich als natürliches Weichmacher-Mittel außerdem weißer Haushaltsessig, der im Verhältnis 1:3 mit Wasser verdünnt wird.
Wenn Sie es eilig haben und einen Trockner besitzen, probieren Sie den Eiswürfel-Trick: Geben Sie einfach 3 Eiswürfel zusammen mit der zerknitterten Wäsche in den Trockner und lassen Sie ihn 5 bis 10 Minuten laufen. Das Eis schmilzt und verwandelt sich in Dampf, der selbst hartnäckige Falten glättet – und Sie sparen die Zeit, die Sie sonst am Bügelbrett verbracht hätten.
Es reicht, das Wetter im Blick zu behalten und die Hemden sofort nach dem Signalton aus der Waschmaschine zu holen. Wer morgens früh aufhängt und den natürlichen Morgentau für sich arbeiten lässt, wird schnell feststellen: Das Bügeleisen wird für den größten Teil des Kleiderschranks schlicht überflüssig.












