Neun Festnahmen nach monatelanger Ermittlung
Spanische Behörden haben ein hochprofessionell organisiertes Schleppernetzwerk zerschlagen, das von der südspanischen Provinz Almería aus operierte. Das gab Europol in einer offiziellen Mitteilung bekannt.
Um die kriminelle Vereinigung zu zerstören, arbeitete die spanische Guardia Civil eng mit der Nationalpolizei zusammen und erhielt dabei Unterstützung von Europol.
Die Behörden veröffentlichten außerdem ein Video vom Einsatz, das zeigt, wie Beamte gleichzeitig mehrere Standorte stürmen und Beweismaterial sicherstellen.
Von Afrika nach Spanien und weiter durch Europa
Das kriminelle Netzwerk hatte sich darauf spezialisiert, irreguläre Migranten auf dem Seeweg von Algerien nach Spanien zu bringen. Doch die Reise endete nicht an der spanischen Küste.
Einmal an Land angekommen, wurden die Migranten weiter nach Frankreich und in andere EU-Länder transportiert.
Für den Betrieb ihrer illegalen Aktivitäten stützte sich die Organisation auf eine strikte Hierarchie. Das Netzwerk vereinte Kriminelle aus Algerien, Marokko und Spanien. Während die Anführer an der Spitze standen, kümmerten sich Koordinatoren um die komplexe Reiselogistik, und Sicherheitsteams sorgten für Schutz.
Um die Rückverfolgung zu erschweren, teilte sich die Gruppe in zwei separate Zweige auf. Die erste Gruppe steuerte Schnellboote, die Nordafrika verließen, während das zweite Team die Landrouten durch Europa übernahm.
Umfangreiche Beschlagnahmungen
Nach einer mehrere Monate andauernden Ermittlung führte die Polizei eine Reihe dramatischer Razzien in mehreren spanischen Städten durch.
Beamte griffen Ziele in Almería, Roquetas de Mar, Vícar und Adra an. Der intensive Einsatztag endete mit neun Tatverdächtigen in Handschellen.
Das Netzwerk verfügte über reichlich Bargeld und Ausrüstung. Ermittler stellten 43.000 Euro in bar sowie 61 Kilogramm Haschisch sicher. Darüber hinaus wurden 30 Fahrzeuge, zwei große Boote und drei leistungsstarke Bootsmotoren konfisziert, die dazu dienten, der Küstenwache zu entkommen.
Das Netzwerk besaß außerdem verschiedene gefälschte Dokumente, Messer und eine Luftpistole. Laut Europol hatte die Organisation über eine halbe Million Euro in Immobilien und Vermögenswerte investiert, um ihre Aktivitäten zu finanzieren.
Die Schlepper nutzten raffinierte Tricks, um der Strafverfolgung einen Schritt voraus zu bleiben. Sie meldeten ihre eigenen Schnellboote häufig als gestohlen, um die Hafenbehörden zu verwirren und ihre Spuren zu verwischen.
All diese Vermögenswerte befinden sich nun im Gewahrsam der Polizei.













