Der Wasserkocher im Hotel kann eine Falle sein: Gäste kochen darin im Juni sogar Wäsche

Der harmlose Schein trügt – und der Wasserkocher im Hotel wird zur Falle

Der Traum vom perfekten Urlaub beginnt in dem Moment, in dem man die Tür zum Zimmer öffnet und den Duft von Sauberkeit wahrnimmt. Doch genau dort, wo alles glänzt und nach Desinfektionsmittel riecht, lauert oft ein unsichtbares Problem. Hygienemängel verstecken sich an Stellen, die das Personal beim schnellen Reinigen übersieht – und schon verwandelt sich die Fernbedienung in eine regelrechte Bakterienschleuder. Wer seinen Urlaub nicht mit einem unfreiwilligen Arztbesuch beenden möchte, sollte wissen, wo sich die eigentlichen Gefahrenquellen befinden.

Die ersten Schritte nach dem Einchecken führen viele Gäste direkt zur Kaffeezubereitung – und genau hier wartet eine der größten Überraschungen. Der Wasserkocher wirkt auf der Küchenzeile zwar professionell und sauber, doch in Hotelzimmern schaut kaum jemand wirklich in sein Inneres. Viele Gäste nutzen ihn zum Auskochen von Unterwäsche oder lassen altes Wasser darin stehen, was bei Junitemperaturen zu einem schnellen Schimmelwachstum und starker Kalkablagerung führt.

Wer auf seinen Morgentee nicht verzichten möchte, sollte den Kocher zunächst mit heißem Wasser ausspülen oder ihn einmal leer aufkochen lassen. Noch bedenklicher ist die Situation bei Gläsern aus der Minibar, die häufig nur schnell mit einem Tuch poliert werden. Wer seinen Urlaub Anfang Juni in einem Hotel verbringt, sollte Wein- und Sektgläser genauer unter die Lupe nehmen – der sogenannte „Heißwassertest“ mit Wasser bei 60 Grad Celsius vernichtet die meisten gängigen Bakterien und schützt zuverlässig vor Magenproblemen am Abend.

Dekorative Kissen – ein Symbol für falschen Luxus

Sobald man sich aufs Bett setzt, verleihen Dekorationskissen und Tagesdecken dem Zimmer zweifellos einen edlen Look. Doch ihre Sauberkeit ist oft trügerisch. Während die Bettwäsche nach jedem Gast gewechselt wird, werden diese Textildekorationen in vielen Häusern nur alle paar Monate gewaschen. Sie sind buchstäblich Staubfänger und sammeln abgestorbene Hautzellen von Tausenden von Menschen, die vor einem in diesem Zimmer geschlafen haben.

Erfahrene Reisende empfehlen, diese dekorativen Elemente unmittelbar nach der Ankunft in eine Zimmerecke oder auf einen Stuhl zu legen, wo sie keinen Kontakt mit dem eigenen Gesicht haben. So verlockend weich sie auch aussehen mögen – für die Haut stellen sie ein unnötiges Risiko für Reizungen oder allergische Reaktionen dar. Ähnliche Vorsicht ist auch bei scheinbar hygienischen Details angebracht, etwa bei dem elegant gefalteten Ende des Toilettenpapiers, das das Personal mit denselben Händen geformt hat, mit denen es zuvor die Sanitärkeramik gereinigt hat.

Der Lichtschalter – der am häufigsten berührte Bakterienkontaktpunkt

Selbst wer Bett und Wasserkocher meidet, kommt an einer Sache nicht vorbei: dem Lichtschalter. Dieses kleine Objekt wird dutzendfach pro Abend berührt und trotzdem beim Putzen meist vergessen. Ähnlich verhält es sich mit Türgriffen und Festnetztelefonen, die Gäste direkt nach der Ankunft mit noch staubigen Reisehänden in die Hand nehmen.

Wer auf Nummer sicher gehen will, greift zu einem einfachen Mikrofasertuch oder einem Desinfektionstuch und wischt diese kritischen Punkte direkt beim Check-in ab. Auch Klimaanlagen sollte man nicht vergessen – im Juni laufen sie erstmals wieder auf Hochtouren. In Hotelzimmern liegt die Luftfeuchtigkeit in dieser Jahreszeit oft bei rund 50 Prozent, was ideale Bedingungen für Schimmelwachstum schafft. Ein einfacher Check der Luftauslässe mit einem Taschentuch gibt Aufschluss über deren Zustand, und bei Zweifeln sollte man lieber das Fenster öffnen.

Was tun, wenn das Zimmer voller verstecktem Staub ist?

Manchmal liegt das Problem tiefer als ein schmutziger Türgriff, und man spürt instinktiv, dass die Luft im Zimmer nicht stimmt. Überraschenderweise sind Blackout-Vorhänge die größten Staubfänger überhaupt – im Juni schützen sie das Zimmer zwar vor der frühen Morgensonne, doch bei jeder Berührung wirbeln sie Staubwolken auf, die man anschließend im Schlaf einatmet.

Als schnelle Lösung bietet sich Natron zur Geruchsneutralisation an, falls man es dabei hat. Unter Hotelbedingungen reicht es jedoch aus, nach dem Zuziehen der Vorhänge ein Desinfektionsgel mit mindestens 60 Prozent Alkohol zu verwenden. Dieses einfache Ritual verhindert, dass Schmutzpartikel von Textilien auf die Hände und von dort ins Gesicht gelangen. Sicherheit beginnt bei den Details, die andere übersehen.

Nehmen Sie sich beim nächsten Betreten eines Hotelzimmers eine Minute Zeit, um Fernbedienung und Lichtschalter zu desinfizieren, Tagesdecken beiseitezulegen und Gläser mit heißem Wasser auszuspülen. Diese kleine Routine erspart Ihnen möglicherweise Tage im Bett mit einem geschwächten Immunsystem.

Author

  • Madeleine zählt zu den einflussreichsten Umweltaktivistinnen Österreichs. Die in Wien lebende Bloggerin hat ihren Blog zu einer umfassenden Plattform für nachhaltiges Wohnen ohne Komforteinbußen ausgebaut. Sie gibt Tipps zur Abfallvermeidung (Zero Waste) und zur Organisation des Kleiderschranks.

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