USA verschärft und lockert gleichzeitig seine Metallzölle
Die amerikanische Zollmauer rund um wichtige Industriemetalle bekommt eine neue Form. Präsident Donald Trump unterzeichnete am Montag eine Proklamation, die die Zölle auf eine Reihe importierter Stahl-, Aluminium- und Kupferprodukte neu gestaltet. Einige Branchen profitieren davon – andere spüren den Druck stärker als zuvor.
Die Maßnahme ist Teil der übergreifenden Strategie der Regierung, die heimische Fertigung zu stärken und Investitionen in die amerikanische Produktion anzukurbeln.
Erleichterungen für Maschinen und Ausrüstung
Mehrere Produktkategorien, die stark von Stahl und Aluminium abhängen, werden nach den neuen Regeln mit niedrigeren Zollsätzen belegt. Die Änderungen sollen die Kosten für Sektoren senken, die große Mengen an Industriemetall benötigen – ohne dabei den Schutz für inländische Hersteller aufzugeben.
Bestimmte Landmaschinen sowie Heizungs-, Lüftungs- und Klimaanlagen für Wohngebäude werden künftig mit 15 Prozent statt der bisherigen 25 Prozent besteuert. Mobile Industrieausrüstung wie Bulldozer und Gabelstapler kommt ebenfalls für den reduzierten Satz von 15 Prozent infrage – vorausgesetzt, die Einfuhr erfolgt aus Ländern, die unter qualifizierte Handelsabkommen fallen.
Anreize für in Amerika hergestellte Materialien
Das Weiße Haus hat zudem eine neue Möglichkeit für ausländische Hersteller eingeführt, noch niedrigere Zollsätze zu sichern. Unternehmen können von einem Zollsatz von nur 10 Prozent profitieren, wenn ihre Ausrüstung zu mindestens 85 Prozent aus Stahl oder Aluminium besteht, das in den USA geschmolzen, gegossen oder geformt wurde.
Die Regierung argumentiert, dass diese Regelung ausländische Unternehmen dazu bewegen soll, mehr amerikanisch hergestellte Materialien in ihre Lieferketten einzubeziehen.
Neue Produkte kommen auf die Zollliste
Nicht alle Kategorien erhielten Erleichterungen – ganz im Gegenteil. Stahllagerregale und lithografische Druckplatten aus Aluminium wurden neu in die Liste der Importwaren aufgenommen, die dem vollen Zollsatz von 25 Prozent unterliegen.
Laut offiziellen Angaben sollen diese Ergänzungen inländische Industrien schützen, die weiterhin einem starken Wettbewerb durch ausländische Anbieter ausgesetzt sind.
Die Änderungen treten nächste Woche in Kraft
Die aktualisierte Zollstruktur tritt kurz nach Mitternacht am 8. Juni für importierte Waren und Produkte in Kraft, die aus Zolllagern freigegeben werden. Der derzeitige Rahmen soll voraussichtlich bis Ende 2027 in Kraft bleiben.
Das Weiße Haus erklärte, die Anpassungen seien darauf ausgelegt, „kurzfristige Investitionen anzuregen“ und den Wiederaufbau der industriellen Kapazität der USA zu unterstützen.
Balanceakt zwischen Schutz und Wachstum
Die jüngste Ankündigung spiegelt die anhaltenden Bemühungen der Regierung wider, einen Mittelweg zu finden: einerseits amerikanische Metallproduzenten zu schützen, andererseits die Kosten für Hersteller zu senken, die auf importierte Komponenten angewiesen sind.
Anstatt Trumps langjährige Zölle gemäß Abschnitt 232 abzubauen, werden sie durch den neuen Plan umgestaltet. Unternehmen, die mehr amerikanisches Metall verwenden, werden belohnt, während die Kosten gezielt für Branchen gesenkt werden, die als strategisch wichtig für die heimische Wirtschaft gelten.













