Warum Frauen einen Herzinfarkt schlechter überleben als Männer: Expertin erklärt die Gründe

Ein unterschätztes Problem mit gravierenden Folgen

Obwohl die Herzmedizin in den letzten Jahrzehnten enorme Fortschritte gemacht hat, schneiden Frauen bei der Überlebensrate nach einem Herzinfarkt deutlich schlechter ab. Biologische Besonderheiten und schwerer erkennbare Symptome spielen dabei offenbar eine entscheidende Rolle.

Die wichtigsten Fragen rund um den Herzinfarkt – und was jeder tun kann, um das eigene Risiko zu senken – werden hier beantwortet.

Was passiert bei einem Herzinfarkt?

Ein Herzinfarkt entsteht in den meisten Fällen, wenn ein Blutgerinnsel eines der Herzkranzgefäße blockiert. Das Herz erhält dadurch zu wenig Sauerstoff, und das betroffene Muskelgewebe kann dauerhaft geschädigt werden.

Anhaltender Sauerstoffmangel verschlechtert die Pumpleistung des Herzens erheblich und kann zu bleibenden Einschränkungen führen – so warnen Fachleute aus der Kardiologie ausdrücklich.

Risikofaktoren und Warnsignale kennen

Verschiedene Faktoren erhöhen die Wahrscheinlichkeit eines Herzinfarkts spürbar. Zu den bedeutsamsten gehören:

  • Hohes Lebensalter und familiäre Vorbelastung
  • Erhöhte Blutfettwerte und Diabetes
  • Rauchen und körperliche Inaktivität
  • Ungesunde Ernährungsgewohnheiten
  • Anhaltender chronischer Stress

Das typischste Anzeichen ist ein starker Schmerz in der Brustmitte, der mindestens 15 Minuten anhält. Der Schmerz kann in Arm, Kiefer, Hals, Rücken oder Bauch ausstrahlen. Übelkeit, Schwindel und ausgeprägte Angstgefühle können ebenfalls auftreten.

Besonders wichtig zu wissen: Sogenannte stumme Infarkte, bei denen kaum oder gar keine Schmerzen spürbar sind, kommen bei Frauen, älteren Menschen und Personen mit Vorerkrankungen häufiger vor.

Behandlungsmöglichkeiten nach dem Infarkt

Das vorrangige Ziel jeder Behandlung ist es, den Blutfluss so rasch wie möglich wiederherzustellen. Häufig kommt dabei die Ballondilatation, auch PCI genannt, zum Einsatz. In anderen Fällen werden gerinnselauflösende Medikamente verabreicht oder ein Bypass-Eingriff durchgeführt.

Nach dem Akutereignis erhalten Betroffene in der Regel Medikamente zur Senkung von Blutfetten und Blutdruck sowie zur Vorbeugung weiterer Gerinnsel. Körperliche Bewegung und eine veränderte Lebensweise sind ebenfalls feste Bestandteile der Rehabilitation.

Frauen tragen langfristig die schwereren Folgen

Wurden größere Bereiche des Herzmuskels geschädigt, besteht nach einem Infarkt ein erhöhtes Risiko für Herzinsuffizienz. Narbengewebe kann sich bilden und die Herzfunktion dauerhaft beeinträchtigen.

Laut einer Studie des Karolinska-Instituts verliert eine Frau, die im Alter von 50 Jahren einen Herzinfarkt erleidet, im Durchschnitt 7,5 Lebensjahre. Bei gleichaltrigen Männern liegt dieser Wert bei rund vier Jahren – ein gravierender Unterschied.

Eine mögliche Erklärung: Frauenherzen sind generell kleiner und haben engere Gefäße, was sowohl die Diagnose als auch die Behandlung deutlich komplizierter machen kann. Hinzu kommt, dass Frauen medizinische Hilfe oft später suchen und häufiger unter unspezifischen, schwer einzuordnenden Symptomen leiden.

Frühzeitiges Handeln kann Leben retten

Experten betonen eindringlich: Wer Warnsignale bemerkt, sollte sofort medizinische Hilfe aufsuchen – ohne abzuwarten oder die Beschwerden herunterzuspielen. Je früher eine Behandlung einsetzt, desto größer sind die Chancen auf Überleben und eine gute Lebensqualität danach.

Gerade für Frauen gilt: Die eigenen Körpersignale ernst nehmen und im Zweifel lieber einmal zu viel als zu wenig zum Arzt gehen.

Author

  • Madeleine zählt zu den einflussreichsten Umweltaktivistinnen Österreichs. Die in Wien lebende Bloggerin hat ihren Blog zu einer umfassenden Plattform für nachhaltiges Wohnen ohne Komforteinbußen ausgebaut. Sie gibt Tipps zur Abfallvermeidung (Zero Waste) und zur Organisation des Kleiderschranks.

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